War’s nicht gestern noch hell?
Nach einigen Beschwerdenbriefen, Drohungen und wüsten Beschimpfungen (insgesamt zwei) sehe ich mich genötigt nach langer Zeit einen weiteren Blogeintrag zu schreiben. Da ich schon länger nicht geschrieben habe, werde ich versuchen, ein paar Themen abzudecken, die vielleicht interessieren könnten. Diesmal mit extra großen Bildern!
Urlaub:
In erster Linie ist der Islandaufenthalt eine Art Urlaub, denn wann unternimmt man im deutschen Alltag so viele Ausflüge? Urlaub 1, Alltag 0. Letztes Wochenende war ich mit Anne (Deutschland), Tom (England) und Emanuel (Schweden) in Vestmannaeyjar. Das ist eine kleine Inselgruppe, der südlichste Punkt Islands inklusive der neuesten Insel auf der Welt, die durch Vulkaneruptionen entstanden ist. Dort habe ich auch das wohl beste Baguette der Welt gegessen. Isländisches Brot (sie backen sehr gut) mit Lammfleisch, Schinken, Salat und einer speziellen Sauce, so der Imbissmeister. UND wir haben einen Papageientaucher gesehen. Die sind im Winter normalerweise irgendwo auf dem Meer, aber die deutsche Inhaberin unseres Gästehauses hat einen gefunden und zieht ihn jetzt groß.
So sieht’s dort aus. Im Vordergrund die Insel mit Blick auf die andere Insel, Island.

Reykjavík:
Reykjavík ist weiterhin friedlich, kalt, aber wärmer als in Deutschland (!), der See ist seit zwei Wochen zugefroren, was ihn gleichzeitig begehbar macht. Meine Mitbewohner und ich sind da schon gemütlich drüber gelaufen.
Der Unterschied zu den Wochen davor liegt nur darin, dass es zunehmend später hell und früher dunkel wird. Um ca. 9 Uhr fühlt es sich an wie 7 Uhr und abends um 17.30 Uhr fühlt man sich wie um 22 Uhr. Diese Änderung haben wir vor allem bei unserem Ausflug zu den Westmännerinseln gemerkt als wir unsere Tage dementsprechend planen mussten.
Island=Kälte?!
Ja, es ist kalt. Nein, ich friere nicht. Es ist hier in Reykjavík die letzten Wochen immer zwischen -2° und +8° C und da ich a) gute Kleidung habe und b) schon daran gewöhnt bin, spürt man die Kälte kaum, zudem ist es, wie gesagt, wärmer als in Deutschland und es wird auch wärmer bleiben. Schnee liegt übrigens keiner. Es gibt allerdings eine Ausnahme, in Sachen Kälte: Wenn der Wind bläst, ist es arschkalt. Das macht vor allem den Weg zum Supermarkt denkbar schlimmer, da wir den See überqueren müssen und der nicht windgeschützt ist.
Wohnen:
Das Wohnen macht Spaß. Die Mitbewohner sind nett und die Vermieterin putzt (oberflächlich und kurz). Allerdings scheint dieses Haus unter einem Fluch zu liegen. Innerhalb kürzester Zeit ging die Scheibe am Ofen kaputt, worauf hin ein paar Tage später die Ofentür kaputt ging, in der Dusche ist der Duschkopf samt Halterung runtergekracht, mein Rollo wurde auch schon ersetzt, die Tür zum Balkon wurde vom Wind an den Balkon geworfen - kaputt. Die Vermieterin durchlebt ein auf und ab ihrer Gefühle und wir sind nicht an allem Schuld.
Uni:
Meine Kurse verlangen von mir einen Kurztest, eine Kurzpräsentation, eine mündliche Prüfung und drei Hausarbeiten. Davon habe ich alles gemacht bis auf die mündliche Prüfung und eine Hausarbeit - beides im selben Fach. Vor allem die letzten zwei Hausarbeiten à 11 und 16 Seiten haben mich doch ein wenig beschäftigt. Jetzt fehlt nur noch eine und ich habe noch ca. eine Woche Zeit. Mit anderen Worten: Es läuft und das auf englisch.
Nordlichter:
Die sind weiterhin faszinierend und schön. Als Denis und ich gestern vom Fußball nach Hause gelaufen sind, haben wir welche am Himmel gesehen. Ich muss allerdings zugeben, dass meine Begeisterung nachlässt bzw. sich Gewöhung einstellt, sodass ich nur noch bei besonders starken ausflippe, die sind allerdings relativ selten in Reykjavík. Bis auf vor zwei Wochen. Da waren grüne, große, helle Nordlichter, die schon fast ins Weiße geleuchtet haben, allerdings war der oben genannte starke Wind ebenfalls an dem Abend, sodass keine ordentlichen Bilder entstanden sind. Egal, hier trotzdem eins.

Und jetzt noch ein Bild, das heute um 16 Uhr aufgenommen wurde.

Mehr Bilder und unglaubliche Storys gibt’s im Dezember.